Die Ausstellung

Vorgeschichte bis ins Frühmittelalter

Die Räume des Dachgeschosses oberhalb der Stadtbibliothek laden zu einem Rundgang durch die Stadt- und Regionalgeschichte ein. Der erste Ausstellungsraum hat die Vorgeschichte zum Thema. Die Vitrinen zur Steinzeit zeigen Silex-Werkzeuge, zahlreiche im Neolithikum bearbeitete Steine und Keramik aus neolithischen Siedlungen aus der Umgebung von Weißenhorn. Aus der Bronzezeit (1800 bis 750 v.Chr.) sind Halsketten, bronzene Arm- und Fußringe sowie eine Stecknadel zu sehen, die aus Hegelhofener Hügelgräbern stammen. Die nächsten Vitrinen erläutern die Eisenzeit (750-50 v.Chr.) sowie die Latènekultur (450-50 v.Chr.). Dabei wird auf die keltische Eisenverhüttungsindustrie im Rothtal eingegangen. Hierzu sind Reste eines Schmelzofens ausgestellt. Auch während der Römerzeit befand sich im Stadtgebiet von Weißenhorn eine Siedlung, worauf die zahlreichen Münzen, Keramikscherben, aber auch Baureste hinweisen. Diese Besiedelung lässt sich bis in die Zeit um 600 n.Chr. anhand einiger Grabfunde nachweisen.

Mittelalterliche und neuzeitliche Funde aus Weißenhorn und der Region

Die folgenden Räume bieten einen umfassenden Einblick in das Leben der Menschen in Weißenhorn während des Mittelalters bis in das 19. Jahrhundert. Schwerpunkt der Sammlung ist hier vor allem Keramik, die bei Bauarbeiten im Stadtgebiet in großem Umfang gefunden wurde. Keramik aus der Zeit ab 1100 kennzeichnet den Beginn der Stadtentstehung. Aus der Zeit um 1200 sind ganze Topfensembles erhalten. In weiteren Vitrinen werden die Erzeugnisse einer Weißenhorner Töpferei aus der Zeit des ausgehenden Mittelalters bis in die Neuzeit vorgestellt. Die Geschichte der Heizkultur in den Häusern lässt sich anhand von zahlreichen Ofenkachelfunden vom ausgehenden Mittelalter bis in das 19. Jahrhundert nachvollziehen. Ein kleiner Höhepunkt der Ausstellung ist ein Glasfund, der auf das 15. und 16. Jahrhundert datiert wird. In diesem Fund spiegelt sich der mittelalterliche Wohlstand der Stadt, der wesentlich auf das Wirken des Herrschergeschlechts der Fugger in Weißenhorn zurückzuführen ist.

Fuggerstadt

Die Ausstellung widmet sich auch Münzfunden aus Weißenhorn und der unmittelbaren Umgebung. Neben rätischen und römischen Münzen sind insbesondere mittelalterliche Münzen ausgestellt, darunter auch Goldgulden. In den Jahren 1538 und 1539 wurden in Weißenhorn auf Anordnung des Fuggers Anton I. Goldgulden geprägt. Auf deren Vorderseite ist das Weißenhorner Wappen, und die Umschrift „ANT.FVGGER.D.IN WEISSENHORN” zu sehen.

Mittelalter und Neuzeit

In den weiteren Räumen finden sich weitere interessante Einblicke in die Ortsgeschichte. Anhand eines Brunnennachbaus wird die spätmittelalterliche Brunnenbautechnik erklärt. Ein Teil der Ausstellung ist der Ziegelei gewidmet. Hierzu sind Gussformen für Ziegelsteine und Schlusssteine ausgestellt.